Kalter Hund ist wieder inKalte Schnauze feiert süßes Revival16.02.2009 Melanie Kirk-Mechtel
Längere Zeit war der "Kalte Hund", den viele heute Dreißig bis Vierzigjährige als festen Bestandteil des Kindergeburtstags kennen, vergessen. Jetzt ist er wieder da!
Wer in den 1970er Jahren Kindergeburtstag gefeiert hat, der kennt ihn wahrscheinlich gut: den „Kalten Hund“, auch „Kalte Schnauze“ oder „Kekskuchen“ genannt. Seinen Ursprung hat die Nascherei in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Hausfrauen noch tief in die Trickkiste greifen mussten, um besondere Genüsse auf den Tisch zu bringen. Nach Jahren der Entbehrung von kulinarischen Köstlichkeiten hatte die Bevölkerung Anfang der 1950er Jahre endlich wieder die Möglichkeit, Fisch, Fleisch, Milch und zu erwerben. Aus wenigen Zutaten wurden Gerichte gezaubert, die preiswert herzustellen waren und satt machten. Da Gewichtsprobleme zu dieser Zeit kaum ein Thema waren, wurden vor allem sehr reichhaltige Speisen erfunden, wie z.B. Buttercremetorte, die heute so beliebte Currywurst - und eben auch der „Kalte Hund“: Eine fetthaltige Mischung aus Kokosfett, Zucker, Eiern und Kakao wurde mit Butterkeksen in eine Backform gebracht und für einige Stunden kalt gestellt, aber nicht gebacken. Der Name „Kalter Hund“ leitet sich nicht von dem beliebten Haustier, sondern von der Kastenbackform ab, in der der Kekskuchen zubereitet wird. Denn diese sieht aus wie ein „Grubenhunt“, ein offener Förderwagen aus dem Bergbau. „Kellerkuchen“ heißt er auch, weil er nach der Zubereitung im Keller kalt gestellt wurde, denn einen Kühlschrank hatte damals noch nicht jeder Haushalt. Rezepte für den „Kalten Hund“ gibt es in vielen verschiedenen Variationen, z.B. auf www.chefkoch.de. In Berlin gibt es sogar eine Manufaktur, die feinste „Schokoladenköter“ herstellt und versendet www.kalter-hund-manufaktur.de. Wer jetzt Lust auf einen selbst gemachten „Kalten Hund“ hat, der kann folgendes Rezept ausprobieren. Rezept für Kalten Hund oder Kalte SchnauzeZutaten: 1 großer Gefrierbeutel etwa 250 g Butterkekse 150 g Zartbitter-Kuvertüre 450 g Vollmilch-Kuvertüre 150 g Kokosfett 200 g Schlagsahne 2 Päckchen Vanillin-Zucker Eine Kastenform leicht fetten und mit einem aufgeschnittenen Gefrierbeutel auslegen. Kuvertüre grob hacken, Kokosfett klein schneiden, alles zusammen mit der Sahne in einem Topf schmelzen und gut verrühren. Vanillin-Zucker unterrühren. Eine Schicht Schokomasse in die Form geben, eine Lage Butterkekse darauf verteilen, mit Schokomasse bestreichen und abwechselnd damit fortfahren, bis alle Zutaten aufgebraucht sind. Die Kastenform mindestens 5 Stunden, am besten aber über Nacht, in den Kühlschrank stellen. Den Kekskuchen vorsichtig aus der Form lösen und auf eine Kuchenplatte stürzen. Gefrierbeutel langsam abziehen. Den kalten Hund am besten erst kurz vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen. Für ganz besondere Geschmacksnuancen Orangenschalen- oder Rum-Aroma oder etwas Espressopulver in die Schokocreme rühren. Wer gerne weiße Schokolade isst, der kann den kalten Hund auch mit weißer Kuvertüre zubereiten. Der nächste Kindergeburtstag wird bestimmt ein voller Erfolg! Der kalte Hund hält sich übrigens eine Woche im Kühlschrank - wahrscheinlich ist er aber meist rasch verputzt!
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